Die zuverlässige und schnelle Analyse von gelösten Kupfer-, Kobalt- und Nickelionen ist für die industrielle Abwasserüberwachung, die Metallurgie und die Steuerung biotechnologischer Prozesse von entscheidender Bedeutung. Unsere neueste Application Note beleuchtet, wie sich diese Konzentrationen direkt am Probenahmeort oder in-line während eines laufenden Prozesses messen lassen, ohne dass eine aufwendige Probenvorbereitung oder eine vorherige Trennung […]
Wir freuen uns, Joachim Gerike als unseren neuen Product Line Manager im Team der art photonics GmbH willkommen zu heißen. Mit einem Abschluss als Dipl.-Ing. im Maschinenbau an der Technischen Universität Braunschweig und einer Karriere in der optischen Industrie, die bis ins Jahr 1996 zurückreicht, bringt Joachim jahrzehntelange, hochspezialisierte Expertise in unser Unternehmen ein. Sein […]
Tag 1 Update: Treffen Sie unseren technischen Repräsentanten Tag 1 der JASIS 2026 ist offiziell gestartet. Unser technischer Repräsentant und R&D Manager, Alexander Novikov, ist heute vor Ort auf der Makuhari Messe und freut sich darauf, sich mit Branchenexperten auszutauschen. Wenn Sie Ihre Inline-Prozesskontrolle verbessern möchten, ist dies eine hervorragende Gelegenheit, direkt mit unserer R&D-Leitung […]
Die art photonics GmbH freut sich, ihre Teilnahme an der kommenden SPECTARIS-Veranstaltungsreihe 2026 in Berlin in diesem September bekannt zu geben. Unsere Geschäftsführerin, Dr. Stefanie Förster, und unser Produktlinienmanager, Joachim Gerike, werden das Unternehmen in einer dynamischen Woche vertreten, die der branchenübergreifenden Zusammenarbeit, technologischem Wachstum und Innovation gewidmet ist. Das Programm beginnt am 16. September […]
art photonics GmbH, gegründet im September 1998 in Berlin, ist eines der weltweit führenden Unternehmen in der Entwicklung und Produktion von Spezialfasern für ein breites Spektrum von 300 nm bis 16 µm. Einzigartige Technologien von polykristallinen Mid InfraRed (PIR-) Fasern und metallbeschichteten Silica-Fasern werden für den Aufbau verschiedener Spektroskopie-Sonden für die medizinische Diagnostik und industrielle Prozesskontrolle, in der Serienproduktion von Fasern für medizinische und industrielle Laser, für verschiedene Faserbündel, etc. eingesetzt.
Raman- vs. Mid-IR-ATR-Spektroskopie zur Inline-Reaktionsüberwachung: Technical Note
Posted on:
9 Juli 2026
Mittelinfrarot- (Mid-IR) und Raman-Techniken sind komplementäre schwingungsspektroskopische Methoden, die in der Prozessanalysentechnik (PAT) weitreichende Anwendung finden. Während beide molekulare Schwingungen untersuchen, beruhen sie auf grundlegend verschiedenen optischen Effekten: Mid-IR-ATR detektiert die Absorption von Mid-IR-Strahlung, wohingegen Raman auf der unelastischen Streuung von sichtbarem oder nahinfrarotem (NIR) Laserlicht basiert.
Für die Systemintegration in der kontinuierlichen Fertigung oder Batch-Verarbeitung erfordert die Auswahl der richtigen faseroptischen Sonde die Bewertung der chemischen Matrix, der physikalischen Medienbeschränkungen und der molekularen Zielspezies.
Mid-IR-ATR-Spektroskopie: Ideal für die Detektion polarer Bindungen
Die Mid-IR-Absorption erfordert eine Grundschwingung, die eine Änderung des Dipolmoments des Moleküls induziert. Folglich liefert die Mid-IR-ATR eine hohe analytische Empfindlichkeit für polare Bindungen und erzeugt starke, gut aufgelöste Absorptionsbanden für funktionelle Gruppen wie C=O, O-H, N-H und C-O.
In einer faseroptischen ATR-Sonde (Attenuated Total Reflection / abgeschwächte Totalreflexion) breitet sich die Strahlung durch spezielle optische Fasern zu einem ATR-Kristall aus, der in direktem Kontakt mit dem Reaktionsmedium steht. Die interne Reflexion innerhalb des Kristalls erzeugt ein quergedämpftes (evaneszentes) Feld, das exponentiell abklingt und die Eindringtiefe auf etwa 0,5 - 2 µm in die Probe begrenzt.
Technische Parameter & Systemintegration:
Medienkompatibilität: Da die Messung auf die unmittelbare Kontakt-Schicht von 0,5 - 2 µm beschränkt ist, ist die Technik in trüben, stark streuenden, blasenhaltigen oder partikelbeladenen Medien äußerst robust. Der optische Kontakt mit dem Kristall muss aufrechterhalten werden.
Reaktionsverfolgung: Mid-IR verfolgt die Chemie funktioneller Gruppen effektiv in Echtzeit und liefert direkte kinetische Daten für Veresterung, Hydrolyse, Oxidation/Reduktion, Amid-/Peptidbildung und Polymerisation.
Wasserinterferenz: Wässrige Matrizen weisen starke Absorptionsinterferenzen auf, obwohl die von Natur aus kurze Weglänge des ATR-Kristalls Messungen in wässrigen Medien praktikabel macht.
Transmissionsgrenzen: Die Faserdämpfung begrenzt die Kabellänge bei Verwendung von Standard-FTIR-Spektrometern auf 2-3 m. Die Längen können auf bis zu 10 m erweitert werden, wenn sie in Kombination mit Hochleistungs-Quantenkaskadenlasern (QCL) oder Dual-Comb-Spektrometern integriert werden.
Spektralbereich: Die Konfigurationen erfassen sowohl den Fingerprint-Bereich (600-3100 cm⁻¹) als auch Bereiche hoher Wellenzahlen (1550-9000 cm⁻¹), abhängig vom spezifischen ATR-Kristall und Fasermaterial.
Raman-Spektroskopie: Molekulare Polarisierbarkeit
Die Raman-Spektroskopie charakterisiert Schwingungsniveaus durch unelastische Streuung. Ein monochromatischer Laser (typischerweise 532 nm, 785 nm oder 1064 nm) bestrahlt die Probe, und gestreute Photonen erfahren eine detektierbare Energieverschiebung (den Raman-Shift), die einer Schwingungsfrequenz entspricht. Eine Schwingung ist nur dann Raman-aktiv, wenn sie die Polarisierbarkeit des Moleküls verändert.
Dieser grundlegende Unterschied bedeutet, dass symmetrische und unpolare Bindungen – wie C=C, S-S und aromatische Ringe –, die im Mid-IR schwach oder inaktiv sind, scharfe, hochintensive Raman-Peaks liefern.
Technische Parameter & Systemintegration:
Wässrige Medien: Der Hauptvorteil von Raman in der Prozessüberwachung ist der außergewöhnlich schwache Wasserstreuquerschnitt, was es zur überlegenen Architektur für die Überwachung wässriger Lösungen macht.
Signaloptimierung & Wellenlängenabhängigkeit: Der Raman-Streuquerschnitt skaliert mit λ/4. Die Anregung bei 532 nm liefert eine höhere Signalstärke und räumliche Auflösung, erhöht jedoch die Fluoreszenzinterferenz stark. Ein Wechsel auf 785 nm oder 1064 nm unterdrückt die Hintergrundfluoreszenz auf Kosten der absoluten Signalintensität.
Optische Beschränkungen: Die Sondenlänge ist durch die Freistrahl-Divergenz streng limitiert; für eine Standardsonde mit 12 mm Außendurchmesser sind Längen von über 200-300 cm optisch anspruchsvoll.
Faserübertragung: Da die Signale im sichtbaren/NIR-Spektrum liegen, können verlustarme Quarzglasfasern (Silica) verwendet werden, was Kabellängen von Dutzenden Metern von der Sonde bis zum Spektrometer ermöglicht.
Spektralbereich: Standard-faseroptische Raman-Sonden decken 130-4000 cm⁻¹ ab, wobei spezialisierte Konfigurationen Messungen bis zu 25 cm⁻¹ (THz-Raman) erreichen – und damit auf niederfrequente Moden zugreifen, die Mid-IR-Fasersysteme physikalisch nicht erreichen können.
Probenbeschränkungen: Der fokussierte Laser birgt thermische Risiken, die möglicherweise zu Photodegradation oder Verbrennung bei dunklen, stark absorbierenden Proben führen. Streuverluste durch Blasen oder suspendierte Partikel schränken zudem das Signal-Rausch-Verhältnis ein.
Komplementäre Lösungsarchitektur
Mid-IR-ATR- und faseroptische Raman-Spektroskopie arbeiten als komplementäre, nicht als konkurrierende Techniken. Der parallele Einsatz von ATR- und Raman-Sonden innerhalb eines einheitlichen prozessanalytischen Rahmens stellt sicher, dass polare, unpolare, wässrige und Festphasen-Parameter vollständig erfasst werden. Dies verhindert die diagnostischen blinden Flecken, die entstehen, wenn man sich auf eine einzige Modalität verlässt.
Erfahren Sie mehr über die Optimierung faseroptischer Systemarchitekturen für Ihre spezifische Anwendung unter artphotonics.com.
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